Heute morgen hörte ich die gesegnete Stimme Imam Chamene’is im Radio, im NDR4 Info. Sein gestriges Zitat über die Vergeltung Gottes für die Ermordung Scheich Nimrs leitete den Bericht über den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran ein. Es folgten die üblichen Interviews und Expertenstimmen. Die Sendung schloss erneut mit einem Zitat des Imams, wie er nach denjenigen fragte, die immer vorgeben die Menschenrechte zu verteidigen und warum sie schwiegen. Wahnsinn – die Medien auf Imam-Kurs?! Ich kann mich nicht erinnern, jemals zuvor seine Stimme im deutschen Radio gehört zu haben. Auch das sonstige deutsche Medienkartell berichtete eifrig über Imam Chamene’i, mit Zitaten und Video – und nie mit negativer Konnotation, im Gegenteil. Die Medien schelten Saudi-Arabien wegen seiner Morde, Iran wird anerkennend dargestellt und Imam Chamene’i wird nicht ignoriert. Was ist hier los?

Das Medienkartell hat keine 180-Grad-Wende vollzogen und berichtet nicht ab sofort die Wahrheit, nachdem sie zuvor ein viel größeres Massaker an nigerianischen Muslimen verschwiegen hatte und den zweiten Brief Imam Chamene’is bis heute zensiert. Viele Muslime lassen sich durch die aktuelle Berichterstattung verwirren: Entweder feiern sie die deutschen Medien oder sie zweifeln an Scheich Nimrs Gesinnung, weil über seine Ermordung berichtet wird. Beides ist Unsinn!

Die Medien betonen allesamt mit Genuss den „schiitisch-sunnitischen“ Konflikt, sie sprechen vom „sunnitischen“ Königshaus, welches den „schiitischen“ Gelehrten ermordete, sowie von der „Schutzmacht der Schiiten“ Iran. Am Samstagabend präsentierte Moderator Christian Sievers – ehemaliger Leiter des ZDF-Studios in Tel Aviv – im „heute“ (ZDF) die Meldung des Tages. Dabei grinste der Zionist über beide Ohren und verkündete strahlend den „sunnitisch-schiitischen“ Dauerkonflikt in der ganzen Region. Auch die anderen Medien sangen feierlich dieses zionistische Lied, es ist ihre erste und wichtigste Propaganda.

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Christian Sievers berichtet im heute (ZDF) über den angeblichen „schiitisch-sunnitischen“ Konflikt

Die Ermordung Scheich Nimrs hat nichts mit dem westlichen Traum des sunnitisch-schiitischen Konflikts zutun. Scheich Nimr wurde nicht hingerichtet, weil er ein Schiit war. Seine Mörder sind keine Sunniten. Und Iran ist nicht „Schutzmacht der Schiiten“, sondern unterstützt alle, die sich gegen die Unterdrückung des Imperiums auflehnen – oder sind die Palästinenser etwa Schiiten? Wie viele sunnitischen Staaten stehen an der Seite Palästinas? Keine. Das allein genügt, diese Lüge zu entlarven, auf die auch Schiiten in Deutschland hereinfallen. Weiteres dazu findet ihr hier.

Der zweite Grund für die ausführliche Berichterstattung des Medienkartells ist Saudi-Arabien selbst: Der Westen hat die Herrscherfamilie längst aufgegeben und lässt sie fallen, nicht ohne deren Untergang für ihre Spaltungsagenda der muslimischen Welt auszuschlachten. Auch der Westen weiß: Die Saudis sind nicht mehr zu halten. Imam Chamene’i sagte, dass der alte König Abdullah trotz seiner Grausamkeiten noch über ein Mindestmaß irdischer Rationalität verfügte, während die neue Führung, insbesondere der Sohn des Königs, Mohammad bin Salman, vollkommen irrational agiere. Das ist dem Westen nicht entgangen: Der deutsche Geheimdienst BND schilderte die Irrationalität und Instabilität der Herrscherfamilie erst vor Kurzem in einer veröffentlichten Analyse. Die Pläne für die Nachfolge der Saudis liegen schon bereit und das Imperium arbeitet an deren Umsetzung. Diese kann aber auch misslingen, wenn die Muslime endlich Einsicht zeigen und den Feind hinter dem Vasallen Saudi-Arabien erkennen.

Imam Chamene’i wird schon bald wieder aus den Medien verschwinden, zu groß ist die Gefahr die Aufmerksamkeit der deutschen Bevölkerung auf ihn zu lenken. Sie nehmen nur das, was ihrem Plan gerade nützlich erscheint. Aber sie könnten sich irren: Vielleicht forschen doch einige Deutsche nach und finden, wovor sich das Medienkartell so fürchtet.

Für die Muslime, und die Schiiten im Besonderen, gilt: Haltet euch am Imam der Umma fest, gleich welcher Nationalität ihr seid, welchem Mardscha ihr folgt und welche Vorbehalte ihr gegenüber dem Iran hegt. Der Imam ist ein Geschenk Gottes, dessen Leitung euch in stürmischen Zeiten, in Zeiten der Spaltung und Verwirrung sicheren Halt bietet. Wenn ihr euch seine Führung verwehrt, dann werden euch die Medien des Imperiums hin- und herwiegen und ihr werdet es nicht einmal bemerken: Ihr werdet sogar zum Helfer ihres Plans werden.

Autor: Huseyin Özoguz

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